Weinschmecker: „Zimtkorken“ in Trebur

Echo-online

-

19 сентября 2019 04:12

Вы читаете удаленную новость

Эта статья была удалена Echo-online 04 декабря 2019 14:50. Мы храним копию этой новости на сайте Undelete.news доступной для всех.

Früher erzählte sie Märchen, heute schenkt sie aus: Anke Kugies von der Weinstube „Zimtkorken“. Foto: Vollformat / Frank Möllenberg

Читайте также:

Die Folgen des Klimawandels für südhessische Winzer
05 декабря 2019 00:48

Jetzt teilen:

Jetzt teilen:

TREBUR - Mit sanftem Nachdruck rückt Anke Kugies einen Stuhl zurecht. Einmal probesitzen, bitte. Und tatsächlich: Die späte Nachmittagssonne gleitet über den Hof und wärmt die Haut, hinter dem Nachbarhaus schaut der Turm der Laurentiuskirche hervor, und solange man hier sitzt, gibt es keinen schöneren Platz in Trebur.
Es spricht einiges dafür, dass dieses gute Gefühl auch zu anderen Tages- und Jahreszeiten anhält. Wenn die Sonne untergegangen ist, bleibt immer noch die herzliche Gastgeberschaft der Wirtin. Vor neun Wochen hat sie den „Zimtkorken“ eröffnet, seitdem ist der Zuspruch groß. Und ziemlich oft muss Anke Kugies erklären, was es mit dem Namen auf sich hat. Eine besondere Pflanze? Ein Gewürz? Ein Handwerkszeug aus fernen Ländern? Stimmt alles nicht. Weltweit gibt es nur einen einzigen Zimtkorken, und der ist dieses Lokal. Der Name sollte einprägsam sein und sich gut sprechen lassen, er sollte Genuss signalisieren und zugleich den Wein, der im Mittelpunkt steht. Nebenbei hat er den Effekt, dass man übers Rätseln gut miteinander ins Gespräch kommt.
Noch schwieriger als die Erfindung des Namens war die Suche nach dem geeigneten Haus. Anke Kugies wurde in der alten Knabenschule neben der Kirche fündig, einem der ältesten Gebäude Treburs. Gut zwei Jahre hat die Grundsanierung gedauert, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Dreißig Plätze gibt es im lauschigen Hof, dreißig in den kleinen Räumen, die mit Geschmack und Liebe zum Detail dekoriert sind. Dass die rheinhessische Gemütlichkeit geografisch nicht weit ist, merkt man nicht nur an der Weinkarte – „die Leute setzen sich zusammen“, hat Anke Kugies erlebt, „hier haben sich schon tolle Truppen gebildet.“
STECKBRIEF
Weinstube Zimtkorken, Obere Pforte 20, 65468 Trebur, Telefon 06147-2092037. Geöffnet täglich außer samstags ab 17 Uhr.

Der günstigste Schoppen: Silvaner vom Sonnenhof Bodenheim, 0,2 Liter für 3,50 Euro.

Der teuerste Wein ist zugleich der aktuelle Liebling der Wirtin: „Torre il Cerreto“ aus dem Chianti-Gebiet, ein Rotwein, bei dem zehn Prozent der Trauben vor dem Pressen getrocknet werden, 4,50 Euro / 0,2 Liter. „Schmeckt voll und weich“, schwärmt Anke Kugies. (red)
Die Wirtin selbst kam über die Freude am Genuss zum Wein. Wie es so geht: Man fährt herum, lernt Winzer kennen, probiert bei diesem, kauft bei jenem, und irgendwann bitten die Freunde, doch mal ein paar Flaschen mitzubringen. So entstand ein kleiner Weinhandel, ausgewählte Delikatessen kamen dazu, irgendwann kam Anke Kugies auf die erfolgreiche Idee, Märchenabende für Erwachsene zu organisieren und zu seltenen Grimm-Geschichten vielgängige Menüs zu servieren.
Im „Zimtkorken“ stehen dagegen einfache Gerichte auf der Karte, die jeden Tag wechselt. Hausgemachte Frikadellen zum Beispiel, ein Brotsalat, mal ein Lachstoast oder ein Knabberschälchen mit Trauben, Käse und Salzbrezeln. Im Mittelpunkt steht der Wein. Eine erstaunlich große Karte verführt zum Probieren, viele Weine kommen aus Rheinhessen und der Pfalz, die Mosel ist vertreten, die Nahe kommt demnächst dazu. Die deutschen Erzeuger kennt Anke Kugies persönlich, und fast alle waren auch schon zu Besuch in Trebur. Ein paar Weine aus dem Ausland sind ebenfalls dabei, die selbstgemachte Sangria war an den Sommerabenden sehr gefragt, auch das spanische Modegetränk „Tinto verano“. Rotwein mit Zitronenlimo. Muss das sein? Klar, sagt Kugies, schmeckt doch prima.
So unkompliziert geht es hier zu. Alle Weine werden offen ausgeschenkt, teurer als 4,50 Euro ist kein Schoppen – „bei der Kalkulation habe ich mich daran orientiert, was ich in einer Weinstube bezahlen würde“, sagt Kugies. Anfangs stellte sie die Gläser mit dem Stiel nach oben ins Regal. Sie sollten ja nicht einstauben. Heute weiß sie, dass das gar nicht nötig ist – es sind ja doch alle im ständigen Gebrauch.
ОРИГИНАЛЬНЫЙ ПОСТ

echo-online entertainment добавил(а) Curtis Morrison

Комментарии

Пока нет комментариев.

Вы должны войти, чтобы оставить комментарий.

Похожие в Развлечения

Похожие новости

no