Was zu Wolfskehl zu sagen ist

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19 сентября 2019 04:12

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Nachdenken über Wolfskehl: Caroline Jessen und Claus Netuschil im Gespräch. Foto: Dirk Zengel

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DARMSTADT - Vor 150 Jahren wurde in Darmstadt Karl Wolfskehl geboren, Schriftsteller, Büchersammler und Übersetzer: Daran erinnerten eine Lesung und eine Gesprächsrunde am Dienstag im 806qm. Wolfskehl, aus jüdischer Familie stammend, deutete die politischen Zeichen 1933 richtig. Er floh über die Schweiz nach Italien und von dort aus 1938 nach Neuseeland. Wenn schon Flucht, dann wollte er in das von Deutschland am weitesten entfernte Land gehen. Er unterzog sich damit einer strengen Prüfung, die ihn nicht glücklich werden ließ. Darauf wies die Literaturwissenschaftlerin Caroline Jessen hin, die im vergangenen Jahr das bemerkenswerte Buch „Der Sammler Karl Wolfskehl“ herausgebracht hat. Gemeinsam mit Claus Netuschil, dem Galeristen, Literaturkenner und Kunstarchiv-Gründer, gab sie Auskunft im Gespräch. Texte von und über Wolfskehl las der Staatstheater-Schauspieler Mathias Znidarec. Die Initiative für das Podiumsgespräch hatte Kevin Zdiara ergriffen, als er bemerkte, dass sich in Darmstadt niemand regte anlässlich des runden Jubiläums.
Ein „schärferes Bild eines Darmstädter Schriftstellers“ solle gewonnen werden, „der in Darmstadt keine Rolle mehr zu spielen scheint“, bemerkte Moderator Johannes Breckner einführend im kleinen Veranstaltungsraum des 806qm, der dann doch gut gefüllt war. Eine erste Schärfung nahm Mathias Znidarec vor, der den Text „Eine Erinnerung“ (1929) von Walter Benjamin las, in dem er Wolfskehl als „weltgeschichtliches Refugium“, beschreibt, mit einer Stimme wie ein „verspäteter Pan“. Ohne Pathos nimmt Znidarec später den oft eigenwilligen, immer sprachmächtigen Ton der Wolfskehlschen Lyrik auf.
Wolfskehl war ein Mensch von großer Lebenslust, „schwebend und flüchtig“, ein Ungefügiger und selbst ein wenig verschroben wie der Datterich, den er als Darmstädter in „Darmstädter Nationalgesichter“ kenntnisreich und ausführlich beschrieb. Wie der Datterich ist Wolfskehl ein Deklassierter, ein „Auswegloser“ später im Exil, von vielen Wegbegleitern verlassen. Nach dem Abitur am Ludwig-Georgs-Gymnasium ließ er im elitär-okkulten Kreis um Stefan George Tische schweben. Später in München war er gern gesehener Gast im Wissenschaftsbetrieb wie beim rauschhaften Leben der Künstler. Aus einer wohlhabenden Familie stammend mit Wurzeln bis zu Karl dem Großen, wandte er sich zionistischen Ideen zu, sah dennoch in Palästina nicht seine Zukunft.
Sehr früh hatte Wolfskehl begonnen, kenntnisreich Bücher zu kaufen und eine bedeutende und kostbare Sammlung angelegt. Schon 1910 verfügte er testamentarisch, dass sie einmal an die Großherzogliche Bibliothek in Darmstadt gehen solle.
Der Faschismus kam dazwischen. Wolfskehl musste die Sammlung verkaufen, um seine Familie und das eigene Exil zu finanzieren. Der Unternehmer und Verleger Salman Schocken transferierte die Bücher rechtzeitig nach Jerusalem, 1975 wurden sie in einer Auktion in Deutschland wieder veräußert. Im „Lebenslied der Deutschen“ schrieb Wolfskehl: „Ich war deutsch und ich war ich“, in einem Brief aus Auckland 1946 schrieb er fast erblindet: „Ich grüße ... aus einer Ferne, nicht der des Raums.“
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echo-online entertainment добавил(а) Curtis Morrison

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