Darmstadt: Operneinakter vor der Premiere

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19 сентября 2019 04:12

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Großer Auftritt für Xiaoyi Xu: Die Mezzosopranistin bei der Probe zu „Twice through the Heart“. Foto: Stephanie Werner

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DARMSTADT - Die Oper dauert nur eine halbe Stunde. Aber die hat es in sich. Eine Frau blickt zurück auf die Gewalt, die sie in ihrer Ehe erlebt hat, und der Zuschauer erkennt die verhängnisvolle Abhängigkeit, von der die Frau in die Notwehr getrieben wurde. „Twice through the Heart“ heißt die Oper von Mark-Anthony Turnage, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Zwei Mal durchs Herz stach Amelia Rossiter mit dem Küchenmesser auf ihren Peiniger ein. Vor Gericht aber verschwieg sie aus Scham ihre Not und wurde als Mörderin verurteilt. Erst Jahre später erfuhr die schottische Schriftstellerin Jackie Kay davon, machte den Fall öffentlich und schrieb für Turnage auch das Libretto in acht Gedichten, die dem Stück eine lyrische Form verleihen, „auf den Punkt komponiert“, lobt Croonenbroeck.
„Es geht nicht eigentlich um Gewalt, sondern um das, was sie aus dieser Frau gemacht hat“, sagt Stephan Krautwald, der das Stück in den Kammerspielen des Darmstädter Staatstheaters inszeniert. Auch die Musik, ergänzt Dirigent Jan Croonenbroeck, schlägt zwar gewaltvolle Töne an zur Ausgestaltung des Geschehens; sie drückt aber auch viele andere Gefühle aus als Panik und Angst; die Frau klammert sich ja auch an die Erinnerung glücklicher Augenblicke. Turnage kennt in seinem 1997 uraufgeführten Monodrama keine Berührungsängste zwischen ernster und unterhaltender Musik, er lässt auch Jazz-Einflüsse hören, immerhin zählt Miles Davis zu seinen Vorbildern.
Die Inszenierung will dieses Solo in einen Raum setzen, der innere Bilder entstehen lassen kann. Dabei kann auch die deutsche Textfassung helfen, die Croonenbroeck und Krautwald für Darmstadt angefertigt haben. Sie wollen das Geschehen nahe heranrücken ans Publikum, das Kammerorchester sitzt im Hintergrund. Es ist eine Herausforderung für die Mezzosopranistin Xiaoyi Xu, zumal sie nach der Pause gleich noch eine Hauptrolle übernimmt: Dann kommt „Trouble in Tahiti“ auf die Kammerspiel-Bühne, ein Operneinakter aus dem Jahr 1952 von Leonard Bernstein. In ihm scheint das Familienleben erst einmal in Ordnung, Dinah und Sam sind seit Jahren verheiratet, haben ein Kind und ein schönes Haus in der Vorstadt, aus der Sam jeden Morgen aufbricht zum gutbezahlten Job. Aber es dauert nur wenige Minuten, um die Brüchigkeit der Idylle zu erkennen, die Stück für Stück demontiert wird – das Paar beherrscht meisterlich die Kunst, die eigene Lebenslüge zu verdrängen. Fürs Glück ist der Konsum zuständig, ein Sänger-Trio lenkt mit Werbe-Jingles den Blick auf die allgegenwärtige Tröstung durch die Welt der Waren. „Trouble in Tahiti“ ist der Titel eines fiktiven Films, über den Dinah in wachsender Erregung herzieht – für Bernstein Gelegenheit zum „großen musikalischen Budenzauber“, freut sich der Dirigent.
Mit „Twice through the Heart“ hat das satirisch zugespitzte Ehedrama zwar nicht unmittelbar zu tun. Aber wer zuvor die Studie des Gewaltopfers erlebt hat, wird die Bilder der Bernstein-Oper anders wahrnehmen. Beide Stücke fragen nach dem Traum vom glücklichen Leben, in beiden geht es um das Verdrängen des Scheiterns. Aber eine einfache Entsprechung zwischen den Opern und ihren Figuren gibt es nicht, betont der Regisseur. Jedes Werk muss für sich stehen: „Sonst hätte man keines der beiden Stücke ernst genommen.“
ОРИГИНАЛЬНЫЙ ПОСТ

echo-online entertainment добавил(а) Curtis Morrison

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