Buchmesse wirft die Frage auf, was wir jetzt tun können

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19 октября 2019 07:12

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Der Gastpavillon – des Buchmessen-Gastlands Norwegen: Kühl, aber ein Ort für Debatten. (Foto: dpa)

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Die Folgen des Klimawandels für südhessische Winzer
05 декабря 2019 00:48

FRANKFURT - Natürlich geht es um das Klima. Etwas anderes wäre nicht zu erwarten gewesen: In Zeiten, in denen „Fridays for Future“ weltweit für Schlagzeilen sorgt, ist der Klimawandel selbstverständlich auch auf dem weltgrößten Treffen der internationalen Buchbranche ein beherrschendes Thema. Zumal mit Norwegen ein Gastland eingeladen ist, das, wie es die norwegische Erfolgsautorin Maja Lunde am „Weltempfang“ formuliert, „in der paradoxen Situation ist, einerseits durch Öl reich geworden zu sein, aber andererseits ein grüner Vorreiter in der Welt sein zu wollen.“ Was zumindest die gerade zu Europas Klimahauptstadt erklärte Hauptstadt Oslo auch durchaus ist. Der „Weltempfang“ von Messe und Auswärtigen Amt widmet sich diesmal ganz dem „Anthropozän“: der Tatsache, dass die Menschheit ihr Lebensumfeld und den Planeten formt – nicht zum Besten.
Aber auch auf zwei andere gesellschaftliche Großbaustellen trifft man auf Schritt und Tritt: die Digitalisierung und die Erosion der Demokratien. Diese Themen sind präsent in Titeln wie „Vertrauensfrage“ (Florian Meinel, C.H. Beck) oder der Autobiografie von Edward Snowden („Permanent Record“), die gerade bei S. Fischer erschienen ist. Sie begegnen einem bei Lesungen, Interviews, Buchpräsentationen.
Glööckler fordert, daheim mit Klimarettung anzufangen
Und zwar – ein Trend der sich aus den Vorjahren fortsetzt – nicht nur im Sachbuch-, sondern auch im Unterhaltungssegment. Etwa, wenn Modedesigner Harald Glööckler am Stand des Musketier-Verlags sein Buch „Vor Zwölf“ vorstellt – eine „gesellschaftskritische Auseinandersetzung“ mit der Frage, wieso wir Menschen die Erde zerstören und Tiere quälen. Das Thema beschäftige ihn schon lange, erzählt Glööckler, nachdem das gut zehn Minuten dauernde Blitzlichtgewitter der Fotografen abgeklungen ist. „Wir müssen jetzt handeln“, sagt er und fordert, zuhause anzufangen: „Die Menschen beschweren sich, dass der Regenwald abgeholzt wird, aber dann haben sie selbst diese schrecklichen Steingärten.“ Unterdessen bekennt sich Norwegens Krimi-Autor Jo Nesbø, der im Gast-Pavillon seinen Harry-Hole-Krimi „Messer“ präsentiert, zum gesellschaftskritischen Potenzial des Genres und findet: „Man kann nicht schreiben, ohne politisch zu sein“.

Der Gastpavillon – des Buchmessen-Gastlands Norwegen: Kühl, aber ein Ort für Debatten. Foto: dpa

Buchpreisträger und Wiesbadens Poetikdozent Saša Stanišic im Gespräch. Foto: René Vigneron

Auch das norwegische Kronprinzenpaar, Haakon und Mette-Marit, kam eigens zur Frankfurter Buchmesse. Foto: dpa

Harald Glööckler, der auf der Messe sein Klimabuch „Vor zwölf“ präsentiert. Foto: Dupré,

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Generell fällt im Vergleich zu den Messen der Vorjahre auf: Die Branche ist selbstbewusster geworden. Wo es zuvor vor allem darum ging, die Krisen der Welt zu beschreiben, steht jetzt allerorten die Frage im Raum, wie wir sie bewältigen können. Einerseits in den Debatten am „Weltempfang“, wo Soziologe Harald Welzer zum Klimawandel fordert: „Wir müssen den Fokus weg von dem verlagern, was uns droht, und hin zu dem, was wir tun können“ – in Sachen Wohnen, Fortbewegung, Lebensgestaltung. Es geht aber auch darum, was speziell Literatur und Buchkultur zur Problemlösung beitragen. „Eine Investition in Kultur ist eine Investition in die Demokratie,“ sagt Norwegens Kulturministerin Trine Skei Grande im Gast-Pavillon sehr selbstsicher. Viele der in Frankfurt gezeigten Titel scheinen ihr Recht zu geben – von Raphaël Glucksmanns Essay „Die Politik sind wir“ (Hanser) bis zu Philipp Ruchs „Anleitung für kompromisslose Demokraten“ („Schluss mit der Geduld“, Ludwig). Selbst ehemalige Staatsoberhäupter melden sich zu Wort, wie Ex-Bundespräsident Joachim Gauck. Er erläutert auf dem Blauen Sofa des ZDF seinen Begriff der „streitbaren Toleranz“, die man auch politischen Gegnern entgegenbringen müsse – wofür er sich freilich die Kritik einer zu großen Offenheit nach Rechts eingefahren hat.
STARS UND STERNCHEN
SAMSTAG:

Ulrich Tukur, 10 Uhr, (3.1./E17)

Thomas Gottschalk, um 10 (3.1/D106), 11.30 (F. 0), Signieren 12.30-14 Uhr (Open Air Stage)

Sebastian Fitzek, 11 und 12.30-16 Uhr, Signieren (3.1/F89)

Reinhold Messner, 12 Uhr, Signieren (3.1/E17), Gespräche 14 (4.1/D14), 15 (3.0/C103), 16.30 (ARD-Bühne, F.0); und 17.30 Uhr (3.0/D56)

Harald Glööckler, 13 bis 15 Uhr, Signierstunde (3.0/C45)

Nele Neuhaus, 14 Uhr (Open Air Stage), ab 15 Uhr Signieren

Jostein Gaarder, 16 Uhr, Ehrengast-Pavillon (F.1)

Lukas Bärfuss, 16 Uhr, Blaues Sofa (3.1/L25)

SONNTAG:

Sebastian Fitzek, 10 bis 15 Uhr Signierstunde (3.1/F89)

Reinhold Messner, 10 Uhr, (Open Air Stage)

Nele Neuhaus, Signierstunden 11 bis 12 Uhr (3.0/F103/G103) und 14 Uhr (3.0/B122)

Jostein Gaarder, 11 Uhr, Ehrengast-Pavillon (F.1), 12 Uhr Blaues Sofa (3.1/L25)

Heiko und Roman Lochmann,12 Uhr (Open Air Stage)
Literatur kann aber auch auf subtilere Weise zur Bewältigung der Gegenwart beitragen. Schließlich sei das Schreiben „ein Weg, um mit dem Leben klarzukommen, um Angst und Depression zu bekämpfen“, sagt der norwegische Dichter und Dramatiker Jon Fosse, der im Gast-Pavillon den Auftakt seines Romanzyklus „Der andere Name“ vorstellt. Und Karl Ove Knausgård berichtet wenig später an selber Stelle davon, wie ihm sein sechsbändiges autobiografisches Romanprojekt aus einer Schreibkrise geholfen hat – und feiert die Fähigkeit der Literatur, andere Sichtweisen auf die Welt zu eröffnen.
Auch für Saša Stanišic, Buchpreisgewinner und bald als Poetikdozent in Wiesbaden, war Schreiben eine Form der Weltbewältigung. Sowohl damals als Jugendlicher in Heidelberg, wo er es als Möglichkeit entdeckte „die deutsche Wirklichkeit zu erobern“, wie er auf dem Blauen Sofa erzählt. Aber auch später bei der Aufarbeitung dessen, was in seinem früheren Heimatort Visegrad geschehen ist und seine Familie zur Flucht gezwungen hat. Dabei sei für ihn die Frage nach den Grenzen der Möglichkeit, Wirklichkeit in Sprache zu verwandeln, essenziell. Er wisse, dass er den Schmerz der Opfer nie werden nachvollziehen können, sagt Stanišic: „Aber ich versuche, das was geschehen ist in das Scheitern der Worte mit hineinzupacken“. Wohl auch wegen dieser Sensibilität ist für ihn die Entscheidung, Peter Handke mit dem Literaturnobelpreis auszuzeichnen, und die Art, wie dies verteidigt wird, so schwer zu ertragen.
ОРИГИНАЛЬНЫЙ ПОСТ

echo-online entertainment добавил(а) Curtis Morrison

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