Die Informationstechnologie wird weiterhin von Männern dominiert. Nur etwa jede siebte Bewerbung (15 Prozent) auf eine Stelle für IT-Spezialisten kommt von einer Frau, wie eine Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergab. Zugleich gibt die Mehrheit der Arbeitgeber an, diesen Anteil in die Höhe schrauben zu wollen - steht dabei aber vor großen Herausforderungen.

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Für die am Mittwoch anlässlich des Frauentags am 8. März veröffentlichte Umfrage wurden mehr als 500 Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche befragt. 55 Prozent erklären demnach, dass sie sich intern das Ziel gesetzt haben, den Frauenanteil bei den eigenen IT-Fachkräften zu steigern. Bei großen Unternehmen ab 200 Mitarbeitern geben dies sogar 80 Prozent an.

"Die meisten Unternehmen stecken sich ambitionierte Ziele und suchen gezielt nach weiblicher Verstärkung für ihre Teams", erklärte Bitkom-Präsident Achim Berg. "Die Erfahrungen zeigen, dass gemischte Teams kreativer und kommunikativer arbeiten - und damit das Unternehmen auch wirtschaftlich erfolgreicher machen."

Allerdings bleibt die tatsächliche Umsetzung dieses Ziels weiter schwierig: Zuletzt sank der Anteil von Informatik-Studentinnen Bitkom zufolge sogar. Im Jahr 2017 nahmen demnach 8792 Frauen ein Erststudium im Fach Informatik auf - ein Minus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Zahl männlicher Studienanfänger stieg hingegen von 30.052 (2016) um 1,3 Prozent auf 30.430 (2017). Damit sank die Frauenquote im Informatik-Erststudium im Jahr 2017 auf 28,9 Prozent. Noch geringer ist die Quote bei den Absolventen: 2017 schlossen 26.394 Studierende ein Informatikstudium ab, nur 19 Prozent davon waren Frauen. "Solange Frauen im Informatikstudium unterrepräsentiert sind und noch seltener überhaupt ihr Studium auch abschließen, werden es die Unternehmen weiter schwer haben, mehr IT-Spezialisten einzustellen", sagte Berg.

Er warb für ein grundlegendes Umdenken in der Bildungskette: "Schon in jungen Jahren sollten Mädchen für digitale Technologien begeistert und an das Programmieren herangeführt werden", forderte der Bitkom-Präsident. "Die digitale Welt muss auch von Frauen gestaltet werden."