Türkische Justiz enthüllt grausame Details: Khashoggi wurde doch anders ermordet

Op-online

-

31.10.2018 22:37

+
Jamal Khashoggi beim Gang ins Konsulat. Wenig später wurde er offenbar ermordet.

Jamal Kashoggi ist nach neuesten Erkenntnissen der türkischen Justiz nach dem Betreten des Konsulats erwürgt worden. Alle News aus der Türkei lesen Sie hier in unserem Ticker.

  •  Knapp drei Wochen nach dem Verschwinden des Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul hat Saudi-Arabien die Tötung des Mannes bestätigt.
  • Am Montag hat der türkische Präsident Erdogan den neuen Flughafen in Istanbul eingeweiht. Er soll der größte Flughafen der Welt werden.
  • Vor einigen Tagen haben Berichte über die angebliche Ausweisung eines türkischen Journalisten aus Deutschland für Verwirrung gesorgt.
  • Die News der vergangenen Tage aus der Türkei lesen Sie hier

>>>AKTUALISIEREN<<<

15.06 Uhr: 

Der saudiarabische Journalist Jamal Khashoggi ist nach Erkenntnissen der türkischen Justiz kurz nach Betreten des Konsulats seines Landes in Istanbul erwürgt worden. Anschließend sei der 59-jährige Regierungskritiker zerstückelt und die Körperteile seien fortgeschafft worden, erklärte die Istanbuler Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Demnach erfolgte die Tötung und die Beseitigung der Leiche gemäß einem "vorgefassten Plan".

Die Gespräche mit dem saudiarabischen Generalstaatsanwalt Saud bin Abdullah al-Muadschab zu dem Fall hätten in den vergangenen Tagen "trotz unserer guten Absichten, die Wahrheit zu enthüllen, keine konkreten Ergebnisse ergeben", hieß es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft. Demnach wurde der Istanbuler Staatsanwalt nach Saudi-Arabien eingeladen.

Jamal Khashoggi.

Khashoggi war am 2. Oktober ins Istanbuler Konsulat seines Landes gegangen, um ein Dokument für seine Heirat abzuholen, aber nicht wieder herausgekommen. Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach von einem "politischen Mord", der Tage im Voraus von einem aus Saudi-Arabien angereisten Kommando geplant worden sei. Unter internationalem Druck gestand Riad nach wochenlangen Dementis die Tötung des Journalisten ein.

31. Oktober 2018, 12:19 Uhr: Die Türkei hat Zweifel an der Kooperationsbereitschaft Saudi-Arabiens bei den Ermittlungen zur Tötung von Jamal Khashoggi geäußert. "Die saudiarabischen Vertreter scheinen vorwiegend daran interessiert herauszufinden, was für Beweise die türkischen Behörden gegen die Täter haben", sagte ein türkischer Regierungsvertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben nicht den Eindruck gewonnen, dass sie tatsächlich bei den Ermittlungen kooperieren."

Der türkische Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, bezog sich auf den Besuch von Saudi-Arabiens Generalstaatsanwalt Saud bin Abdullah al-Muadschab in Istanbul. Nach Gesprächen mit dem leitenden türkischen Staatsanwalt in dem Fall am Montag und einem Besuch am Tatort im saudiarabischen Konsulat am Dienstag traf al-Muadschab am Mittwoch in Istanbul mit Vertretern des türkischen Geheimdienstes zusammen.

Die Türkei-News vom 30. Oktober: Erdogan droht mit neuer Kurden-Offensive

16.22 Uhr: Die zyprische Küstenwache hat 17 Migranten von einem Boot gerettet, das wegen starken Seegangs rund 40 Seemeilen südöstlich vor Zypern Gefahr zu kentern lief. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, waren an Bord auch fünf Minderjährige im Alter zwischen drei und 15 Jahren.

Die Migranten gaben an, sie seien am 29. Oktober vom Libanon aus in See gestochen und hätten an Schleuser im Libanon 1000 Euro pro Kopf bezahlt. Aus welchen Staaten sie stammen, blieb zunächst unklar.

In den vergangenen Wochen haben die zyprischen Behörden eine erhöhte Anzahl ankommender Migranten registriert. Diese setzen überwiegend aus Syrien, der Türkei oder dem Libanon über. Die libanesische Küste liegt von Zypern aus rund 170 Kilometer entfernt, die türkische nur etwa 70 Kilometer.

14.54 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit einer neuen Offensive auf die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien gedroht. "Wir werden die Terrorstrukturen östlich des Euphrat zerstören. Wir haben dazu unsere Vorbereitungen, unsere Pläne und Programme abgeschlossen", sagte Erdogan am Dienstag vor der Fraktion der Regierungspartei AKP in Ankara mit Blick auf die von den USA unterstützte Kurdenmiliz.

News aus Erdogans Türkei: Erdogan fordert vollständige Aufklärung im Fall Khashoggi

14.06 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den saudiarabischen Generalstaatsanwalt während dessen Besuch in Istanbul zur vollständigen Aufklärung des Falls Jamal Khashoggi aufgerufen. Als Generalstaatsanwalt müsse er die Frage klären, wer in Saudi-Arabien die 15 Mitglieder des Killer-Kommandos zur Tötung des Journalisten in die Türkei entsandt habe, sagte Erdogan am Dienstag. Khashoggis Verlobte warnte derweil US-Präsident Donald Trump davor, eine Vertuschung der Tat hinzunehmen.

Erdogan nahm den Generalstaatsanwalt aus Riad direkt in die Verantwortung: "Wer hat die 15 Leute entsandt? Als saudiarabischer Generalstaatsanwalt müssen Sie dies fragen, müssen Sie dies klären", sagte Erdogan vor Journalisten in Ankara mit Blick auf Saud bin Abdullah al-Muadschab, der am Montag zu Gesprächen über den Fall nach Istanbul gereist war.

"Dieser Fall muss nun aufgeklärt werden", sagte der Präsident weiter. "Es ist sinnlos auszuweichen. Es macht keinen Sinn zu versuchen, gewisse Leute zu schützen."

Lesen Sie auch: Unter Tränen: Khashoggis Verlobte gibt TV-Interview - Saudi-Arabien liefert Verdächtige nicht aus

14.05 Uhr: Die Hamburger Ausländerbehörde hat Berichte über eine angebliche Ausweisung des türkischen Journalisten Adil Yigit dementiert. Für Yigit sei keine Ausweisung angeordnet worden, auch eine Abschiebung des Manns sei nicht geplant, erklärte die Behörde am Montag. Am Wochenende hatte die Zeitung "taz", für die der Kritiker des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan schreibt, darüber berichtet.

Nach Angaben der Hamburger Ausländerbehörde wurde Yigits Antrag auf eine Verlängerung seiner befristeten Aufenthaltsgenehmigung abgelehnt, weil die gesetzlichen Voraussetzungen nicht mehr erfüllt seien. Diese Ablehnung sei "standardmäßig" auch mit einer Ausreiseaufforderung verbunden. In dem Bescheid werde ihm aber "gleichzeitig schriftlich zugesichert", dass ihm "nach Eintritt der Bestandskraft eine andere Aufenthaltserlaubnis erteilt wird".

Der türkische Journalist und Erdogan-Kritiker Adil Yigit.

"Diese Vorgehensweise hat die zuständige Ausländerbehörde mit Herrn Y. und seinem Rechtsanwalt im Vorfeld so abgesprochen. Herr Y. hat somit keine Ausweisung erhalten, und auch eine Abschiebung ist nicht vorgesehen", teilte die Behörde mit. "Die Ablehnung der Verlängerung der bisherigen Aufenthaltserlaubnis steht in keinem Zusammenhang mit den politischen Ansichten oder Tätigkeiten des Herrn Y."

Yigit lebt seit Jahren in Hamburg und gibt von dort aus eine Onlinezeitung heraus. Bekannt wurde er Ende September während Erdogans Staatsbesuch in Deutschland, als er sich bei einer Pressekonferenz in einem T-Shirt zeigte, mit dem er die Freilassung von Journalisten in der Türkei forderte. Er wurde daraufhin von Sicherheitsleuten aus dem Saal im Bundeskanzleramt geführt.

14.00 Uhr: Herzlich Willkommen zu unserem neuen News-Ticker aus der Türkei.

News aus Erdogans Türkei: Erdogan weiht neuen Flughafen in Istanbul ein

Zum türkischen Nationalfeiertag am Montag hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den neuen Istanbuler Airport am offiziell einweiht. Wenn er einmal komplett fertiggestellt ist, soll der Flughafen am Schwarzen Meew der größte der Welt sein. Zwei Terminals, sechs Startbahnen und eine Kapazität von 200 Millionen Passagieren im Jahr soll er erreichen. 

Für Erdogan ist es ein wichtiger Schritt zur Schaffung einer „neuen Türkei“. "Dieses Projekt ist einzigartig", sagte er am Montag im Beisein der Regierungschefs aus Serbien, Bulgarien und Albanien. "Der Flughafen ist ein Dienst an der Welt." 

Der türkische Präsident Erdogan bei der Eröffnung des neuen Flughafens in Istanbul.

Bis Ende Dezember wird Turkish Airlines nur fünf Ziele anfliegen, dann der große Umzug und ab Januar wird der reguläre Flugbetrieb starten. 

Mit dem Airport, der den kleineren Atatürk-Flughafen am Marmarameer ersetzen wird, soll Istanbul zu einem Luftdrehkreuz zwischen Europa und Asien werden. Zunächst sollen dort 90 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden, nach Fertigstellung der letzten Baustufe 2028 soll diese Zahl auf 200 Millionen steigen.

Nur drei Jahre hat der Bau des neuen Mega-Airports gedauert, doch am Ende gab es einige Verzögerungen. Proteste der Arbeiter gegen die miserablen Unterkünfte, die schlechten Arbeitsbedingungen und den hohen Zeitdruck, der immer wieder zu tödlichen Unfällen führte, sorgten im September für Unruhe. Die Polizei nahm hunderte protestierende Arbeiter fest, dann verschob die Flughafenleitung die Inbetriebnahme um zwei Monate.

News aus Erdogans Türkei: Syrien-Gipfel in Istanbul - Waffenruhe in Idlib soll bewahrt werden

Die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Russlands, Frankreichs und der Türkei haben bei ihrem Syrien-Gipfel in Istanbul am Samstag die Notwendigkeit betont, die Waffenruhe in der syrischen Provinz Idlib zu bewahren. Der Gipfel "betone die Bedeutung einer dauerhaften Waffenruhe und unterstreiche die Notwendigkeit, den Kampf gegen den Terror fortzuführen", hieß es in der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verlesenen Abschlusserklärung des Gipfels.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach bei der Pressekonferenz von einer "großen Verpflichtung, dass weitere humanitäre Katastrophen nicht passieren". Bei dem Gipfel hätten sie sich verpflichtet, dass die bisherige Feuerpause zu eine "nachhaltigen dauerhaften Waffenstillstand" werde. Es seien bereits "wichtige Fortschritte" bei der Schaffung einer demilitarisierten Zonen um Idlib erreicht worden, sagte Merkel.

News aus Erdogans Türkei: So verlief Altmaiers Besuch in der Türkei

Begleitet von Kritik der Opposition ist Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in die Türkei gereist, um sich für den Ausbau der Handelsbeziehungen einzusetzen. Es habe zuletzt "schwierige Momente" gegeben, doch seien die Handelsbeziehungen trotz aller Probleme stabil geblieben, sagte Altmaier am Donnerstag nach einem Gespräch mit seinem Kollegen Berat Albayrak. 

Bundeswirtschaftsminister Altmaier in der Türkei.

Die Bundesregierung habe ein hohes Interesse am Ausbau der Zusammenarbeit, "denn die Türkei ist ein Land, das Deutschland seit vielen Jahrzehnten freundschaftlich verbunden ist", sagte Altmaier. Er sprach von einer "großartigen Erfolgsgeschichte" in der 15-jährigen Regierungszeit von Präsident Recep Tayyip Erdogan und begrüßte, dass sich nach dem dramatischen Verfall der Lira im August die Währung zuletzt wieder gefangen habe.

Altmaier sprach von einer "Stabilisierung" der Situation und sagte, die "Maßnahmen der türkischen Regierung haben gewirkt". Sein Kollege Albayrak äußerte die Hoffnung auf eine gute Zusammenarbeit nach dem "Win-Win-Prinzip". Deutschland sei als größter Handelspartner der Türkei von besonderer Bedeutung. Seit seinem Besuch und dem Besuch Erdogans in Deutschland im September gebe es einen "neuen Prozess", sagte er.

News aus Erdogans Türkei - Diese Themen könnten Sie auch interessieren:

Erdogan weiht Schmuckstück ein: Istanbuls riesiger Flughafen ist fertig

Briefbomben-Serie: Bekannter beschreibt Verdächtigen als „geisteskrank“

Nach erbittertem Wahlkampf: Rechtspopulist Bolsonaro gewinnt Brasilien-Wahl - Gegner gratuliert überraschend auf Twitter

Der Ticker zur Hessen-Wahl

News-Ticker zum Merkel-Beben in Berlin

Druck auf Seehofer wächst - muss er zurücktreten?

Wulff? Plasberg-Gast sorgt für überraschenden Vorschlag als Merkel-Nachfolger

Merz schmeichelt Merkel und will offiziell ihr Nachfolger werden

Donald Trump fliegt zu Wahlkampfveranstaltung: Sein Einstieg ins Flugzeug macht fassungslos

Rente mit 67: Familie, Opern, Freundschaften - so könnte Merkel ihre neue Freiheit nutzen

fm/afp

ORIGINAL POST

op-online film added by Curtis Morrison

Comments

There are no comments yet.

You must log in to post a comment.

Similar news

no