„Streik“ – Leise Hoffnung, laute Verzweiflung

Landeszeitung

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24 April 2019, 11:42

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„Streik“ – Leise Hoffnung, laute Verzweiflung

Die Firma bricht ihr Wort, entlässt Mitarbeiter, der Zorn kocht hoch: In „Streik“ (Kinostart am 25. April) scheint es, als habe Regisseur Stéphane Brizé die „Gelbwesten“ vorhergesehen.

Sie wollen kein Mitleid: Die Leitung der Fabrik in Perrin soll einfach ihr Wort halten. Fünf Jahre sichere Arbeitsplätze versprach die zu einem deutschen Konzern gehörende Firma, dafür verzichteten die Arbeiter auf Lohn. Und jetzt will der Betrieb trotz großer Gewinne schließen und alle 1100 Beschäftigte entlassen. Unter Führung des charismatischen Gewerkschafters Laurent Amédéo (Vincent Lindon als einziger professioneller Schauspieler) tritt die Belegschaft in den Streik.

Der Frust wächst, die Solidarität bröckelt

Stéphane Brizé, der schon in „Der Wert des Menschen“ die Machtverhältnisse des Marktes anprangerte, fängt in hastigen Bildern den Kampf ein, die ohnmächtige Wut, die leise Hoffnung, die laute Verzweiflung. Sukzessive steigt der Frust, bröckelt die Solidarität. „Wir krepieren und zerfleischen uns gegenseitig“ konstatiert Amédéo.

Sehr genau zeichnet das an der Realität orientierte Drama, wie die Streikenden gegen eine Mauer rennen, die Politik nur Phrasen bietet, die Justiz sie im Stich lässt. Trotzdem wird keine Seite verdammt. Doch die einen haben nur ihre Empörung, die anderen verbriefte „Rechte“ in einer neoliberalen Gesellschaft. Es ist, als hätte Brizé die „Gelbwesten“ in ihrem Zorn vorausgesehen.

Von Margret Köhler

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