Raumsonde "Cassini" Saturns Mini-Monde sind leicht wie Kork

Spiegel

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30 March 2019 16:18


Raumsonde "Cassini"Saturns Mini-Monde sind leicht wie Kork

Sie sehen ein bisschen aus wie Ravioli und haben eine ähnliche Dichte wie Kork. Eine Sonde ist fünf kleinen Saturn-Monden so nah gekommen wie nie. Sie stieß dabei auf bizarre Welten.

NASA/JPL/Space Science Institute

Saturn mit seinen Ringen: Die Monde Pan, Daphnis und Atlas erinnern an kosmische Ravioli


Die Raumsonde "Cassini" hat zum Ende ihrer Mission fünf ungewöhnliche, kleine Monde des Ringplaneten Saturn untersucht. Die Beobachtungen zeigen verschiedene, teils unerwartete Eigenschaften der Trabanten. Im Gegensatz zu den meisten der 62 bekannten Saturnmonde ziehen die untersuchten Objekte in der Nähe der Saturn-Ringe ihre Bahnen.

Die Saturnsonde der US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte sich in der letzten Phase ihrer Mission den majestätischen Ringen des Gasriesen genähert und war schließlich sogar zwischen ihnen und dem Planeten hindurchgetaucht. Bei insgesamt sechs Vorbeiflügen zwischen Dezember 2016 und April 2017 bot sich die Chance, die fünf Monde Pan, Daphnis, Atlas, Pandora und Epimetheus aus zuvor unerreichter Nähe zu untersuchen.

Laut der Analyse haben die kleinen Trabanten einen Durchmesser zwischen 8 und 120 Kilometern und erscheinen sehr porös. Ihre mittleren Dichten seien mit 640 Kilogramm pro Kubikmeter vergleichbar mit der von Kork, berichten die Forscher im Fachmagazin "Science".

NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute

Monde Pan, Daphnis, Atlas, Pandora und Epimetheus

Insbesondere drei dieser Monde seien bizarre Welten, heißt es in einer Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft zur Studie : "Mit ihren wulstartigen Verdickungen entlang des Äquators erinnern Pan, Daphnis und Atlas in gewisser Weise an kosmische Ravioli."

Innen rot, außen blau

Die Äquatorwulst der drei Monde ist dabei sehr unterschiedlich ausgeprägt: Bei Daphnis macht sie nur ein Prozent des Gesamtvolumens aus, bei Pan zehn Prozent und bei Atlas sogar 25 Prozent.

Die Forscher vermuten, dass die Wulste entstanden sind, indem sich nach und nach lockeres Material aus den Saturnringen an den Mondäquatoren ablagerte. Dafür spreche auch die deutlich glattere Oberfläche der Wulste mit weniger Einschlagkratern, die auf ein geologisch jüngeres Alter schließen lasse.

NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute

Saturnmonde Mimas and Pandora

Außerdem fiel auf, dass die Oberflächen der fünf kleinen Monde immer rötlicher erscheinen, je näher sie um den Saturn kreisen. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Grund organische und eisenreiche Verbindungen im Ringmaterial sind, das sich auf den Monden abgelagert hat.

Auf den äußeren der kleinen Monde schlage sich dagegen zunehmend Wassereis nieder. Es stammt offenbar aus Eisvulkanen auf dem deutlich größeren Saturnmond Enceladus, die das Material ins All geschleudert haben. Die Wassereiskristalle sorgten für eine eher bläuliche Färbung.

"Beide Prozesse wirken zusammen und bestimmen so das Erscheinungsbild der Ringmonde in Abhängigkeit von ihrem Abstand zum Saturn", erklärt Elias Roussos vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). Insgesamt lieferten die "Cassini"-Messungen das bislang genaueste Bild der fünf Monde und ihrer Umgebung.

jme/dpa

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spiegel science added by Aislinn Lister

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