Flowtex-Insolvenzverfahren vor Abschluss

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21 October 2018 10:44

Flowtex-Insolvenzverfahren vor Abschluss

Achern (dpa)  Der Skandal des Bohrmaschinen-H?ndlers Flowtex brach in jeder Hinsicht Rekorde: gr??ter deutscher Betrugsfall seit 1945, ?ber 120 Ermittlungsverfahren, Minister-R?cktritte. Nun sehen manche Gl?ubiger einen Teil ihres Geldes wieder.

Die Flowtex-Gruppe aus Ettlingen hatte in den Neunzigerjahren mehr als 3000 nicht existente Spezialbohrmaschinen f?r den Tunnelbau verkauft, von denen jede einzelne 1,5 Millionen Mark kostete.  Foto: Uli Deck

Fast zwei Jahrzehnte nach der Aufdeckung des gr??ten Milliardenbetrugs in der deutschen Nachkriegsgeschichte bekommen die Gl?ubiger des Skandal-Unternehmens Flowtex einen kleinen Teil ihres Geldes zur?ck.

Das zentrale Insolvenzverfahren ?ber das vorhandene Restverm?gen der Flowtex Technologie GmbH & Co. KG steht unmittelbar vor dem Abschluss, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Eberhard Braun der Deutschen Presse-Agentur sagte. ?Insgesamt werden aktuell noch einmal knapp 30 Millionen Euro ausgesch?ttet.?

Nach der Aussch?ttung kann das Amtsgericht Karlsruhe das im April 2000 er?ffnete Insolvenzverfahren abschlie?en. Eine erste Vorabzahlung von 35 Millionen Euro hatte es 2005 gegeben. Insgesamt bekommen die Gl?ubiger damit laut Insolvenzverwalter gut 5 Prozent ihrer anerkannten Forderungen von 1,2 Milliarden Euro zur?ck.

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Die Flowtex-Gruppe aus der badischen Kleinstadt Ettlingen am Fu?e des Schwarzwalds hatte in den 90er Jahren mehr als 3000 nicht existente Spezialbohrmaschinen f?r den Tunnelbau verkauft, von denen jede einzelne 1,5 Millionen Mark kostete. Das Landgericht Mannheim bezifferte den Gesamtschaden in den Strafprozessen gegen Firmenboss Manfred Schmider (?Big Manni?) und dessen Kollegen auf ?ber zwei Milliarden Euro.

Die K?ufer waren Leasingfirmen, als Leasingnehmer trat ein anderes Unternehmen der Flowtex-Gruppe auf - ansonsten h?tten die K?ufer schnell gemerkt, dass es die Maschinen gar nicht gab. Die f?lligen Leasingraten finanzierte Flowtex mit den Einnahmen aus dem Verkauf von immer mehr nicht vorhandenen Maschinen. Das gigantische Schneeballsystem flog im Fr?hjahr 2000 auf. Folgen waren das Insolvenzverfahren, ?ber 120 Ermittlungsverfahren, eine Serie von Straf- und Zivilprozessen, ein politischer Skandal sowie der R?cktritt zweier FDP-Minister der damaligen CDU/FDP-Landesregierung.

?Im Schnitt liegen die Insolvenzquoten ?ber alle Insolvenzverfahren in Deutschland bei 3 bis 5 Prozent?, sagte der Sprecher von Insolvenzverwalter Braun. ?Wir liegen also beim Unternehmensinsolvenzverfahren Flowtex am oberen Rand des Durchschnitts.?

Noch kein Ende in Sicht ist dagegen bei einem zweiten gro?en Insolvenzverfahren des Flowtex-Komplexes zum pers?nlichen Verm?gen von ?Big Manni?. Firmenboss Schmider hatte betr?chtliche Teile seines Reichtums seiner Frau ?bertragen und in die Schweiz geschafft beziehungsweise dort angelegt.

?Hier warten wir noch auf den Abschluss mehrerer Verfahren vor Schweizer Gerichten?, sagte der Sprecher. ?In diesen Verfahren geht es vor allem um die konkrete Zuordnung von dortigen Verm?genswerten, die wir f?r die Masse beanspruchen. Dazu z?hlt beispielsweise der Erl?s aus dem Verkauf eines Hauses in der Schweiz, der zun?chst auf das Konto der Ex-Frau des Herrn Schmider geflossen war.?


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stimme economics added by Etienne Spence

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