Beachvolleyball-WM Thole/Wickler begeistern Fans: Sieg gegen Ex-Weltmeister

Idowa

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04 July 2019 21:03

Julius Thole und Clemens Wickler (r) feiern den Achtelfinaleinzug in Hamburg. Foto: Christian Charisius/dpa

Auch sieben Jahre nach dem Olympiasieg von Jonas Reckermann und Julius Brink kämpfen die deutschen Beachvolleyball-Männer um die Rückkehr in die Weltspitze. Noch trägt die Umstrukturierung im Spitzenbereich nur zarte Früchte.

Hamburg (dpa) – Die Hamburger Beachvolleyball-WM hat ab sofort neue Fanlieblinge. Julius Thole und Clemens Wickler begeisterten in der ersten K.o.-Runde rund 10.000 Zuschauer am Hamburger Rothenbaum und stehen als einziges deutsches Männerteam im Achtelfinale.

"Das ist unglaublich geil", jubelte der 24 Jahre alte Wickler. Der Abwehrspieler setzte beim 2:0 (22:20, 21:19) gegen Alexander Brouwer und Robert Meeuwsen aus den Niederlanden mit einem erfolgreichen Block den Schlusspunkt unter eine dramatische Partie.

Für Karla Borger und Julia Sude dagegen ist die WM beendet. Das Stuttgarter Nationalduo unterlag im Achtelfinale gegen die Brasilianerinnen Barbara/Fernanda mit 1:2 (21:10, 17:21, 11:15). Das deutsche Damen-Team schockte zunächst die brasilianischen Kontrahentinnen mit einem starken und makellosen ersten Satz, verlor aber dann die Linie. Die Entscheidung fiel im Tiebreak, als Borger/Sude zu viele eigene Fehler produzierten.

"Clemens musste mir wieder die Show stehlen", kommentierte Spezialist Thole lächelnd den letzten Punktgewinn. Thole hatte zuvor in seinem Hauptjob zwölf erfolgreiche Blocks gesetzt. Die derzeitige Nummer zwölf in der Welt beeindruckte am die holländischen Weltmeistern von 2013, die aber immer wieder zurückschlugen.

"Wir sind ruhig geblieben", sagte der Hamburger Thole. Der ein Jahr ältere gebürtig Bayer Wickler, der eigentlich so gut wie nie am Block zu finden ist, sagte zu seinem letzten Punkt: "Jetzt weiß ich, wie sich das anfühlt."

Am Freitag trifft das Duo, das am Verbandsstützpunkt in Hamburg von Martin Olenjak und Markus Dieckmann und neuerdings auch von Laura-Ludwig-Coach Jürgen Wagner trainiert wird, im Achtelfinale auf die erfahrenen Brasilianer Alison/Avaro Filho.

Alison hat schon zweimal die WM und einmal Olympia gewonnen. Doch Thole/Wickler sehen mit der "gigantischen Unterstützung der Fans" durchaus ihre Chance: "Wenn der Trainer uns nochmals so gut einstellt, können sich die Brasilianer ziemlich warm anziehen", sagte Thole. "Das ist unfassbar, was hier passiert ist", ergänzte der 2,06-Meter-Mann.

Das zweite Herren-Nationalteam, Nils Ehlers und Lars Flüggen, scheiterten zum Start der Alles-oder-nichts-Phase nur knapp an den US-Amerikanern Tri Bourne und Tevor Crabb. Nach einem starken ersten Durchgang hieß es am Ende 1:2 (21:15, 19:21, 10:15). "Im zweiten Satz fehlte ein Punkt", sagte der 25 Jahre alte Ehlers, der die WM dennoch als einen "wichtigen Schritt Richtung Tokio 2020 einordnete.

Der 29-jährige Abwehrspieler Flüggen war schon 2016 in Rio bei den Olympischen Spielen dabei, scheiterte mit dem damaligen Partner Markus Böckermann in der Gruppenphase. Der Weg mit Ehlers zu Olympia 2020 wird schwer. "Den zweiten Satz hätten wir gewinnen können. Emotional war es danach eine schwierige Situation. Eigentlich waren wir wieder da. Aber wenn du Kacke an der Hand hast, hast du Kacke an der Hand", kommentierte Flüggen die zu vielen verschlagenen Bälle.

Yannick Harms und Philipp Arne Bergmann, ebenfalls als Nationalteam eingestuft, blieben gegen die WM-Mitfavoriten Anders Mol und Christian Sorum aus Norwegen chancenlos. Zwar hielt das Hamburger Duo zunächst mit, am Ende aber hieß es deutlich 0:2 (13:21, 13:21).

Für die Entwicklung im deutschen Männerbereich ist die WM zumindest ein Hoffnungsschimmer. "2012 war der letzte große Erfolg bei den Männern da", erinnerte Julius Brink an den eigenen Olympiasieg in London mit Jonas Reckermann. Danach habe es der Verband "völlig verschlafen", die Aufmerksamkeit zu nutzen und die Entwicklung voranzutreiben. "Das ist brutal schwer aufzuholen." 2016 schaffte es nur ein Männerteam nach Rio de Janeiro. 2017 wurde dann der zentrale Leistungsstützpunkt in Hamburg gegründet. "Mir war klar, dass es ein Langstreckenlauf wird", erklärte Chefbundestrainer Olejnak.

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