Auszeichnung: Ehrenamtliche Arbeit im Verborgenen

Nwzonline

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27 February 2019 13:26

NeustadtgödensDer ausgiebige Spaziergang durch ihren Heimatort ist Berta Brinkhoff aus Neustadtgödens zur fast täglichen Gewohnheit geworden. Dabei schaut sie sich genau in der Natur um, denn was sich dort so tut, das gilt es zu notieren.

Berta Brinkhoff ist phänologische Beobachterin für das Zentrum für agrarmeterologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes in Braunschweig. Seit 40 Jahren sammelt sie ehrenamtlich Daten, die wissenschaftlich ausgewertet werden. Dafür wurde sie vom Bundespräsidenten mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Die Medaille wurde ihr von Annika Behrend vom Zentrum für agrarmeteorologische Forschung im Landrichterhaus in Neustadtgödens überreicht. Ursprünglich hatte Brinkhoff die Auszeichnung in Berlin entgegen nehmen sollen – da sie durch eine Erkrankung verhindert war, wurde die Übergabe nachgeholt.

Die Arbeit, die die Arzthelferin im Ruhestand vor 40 Jahren übernommen hat, geschieht meist im Verborgenen. Nur wenn sie noch einmal genauer hinschauen müsse und dabei über fremde Gartenzäune blicke, oder hier und da auch mal einen Ast abbreche, dann würden die Menschen mitunter aufmerksam und beobachteten sie auch schon mal misstrauisch, verriet sie.

Als phänologische Beobachterin gehört Brinkhoff einem Netzwerk von bundesweit rund 1 200 ehrenamtlichen Mitarbeitern an. Sie hat die Natur ganz genau im Blick. Im Jahresverlauf ist als erstes die Schneeglöckchenblüte zu beobachten, zuletzt ist es der Laubfall von Buche und Lärche. Nach genau festgelegten Richtlinien hält sie das Verhalten der Natur fest, im Laufe der 40 Jahre sind rund 2500 Daten zusammen gekommen. Verwendet werden ihre Aufzeichnungen zu Forschungszwecken, die die Auswirkungen des Klimas auf die Natur belegen. Von Bedeutung sind die Daten in der Klimaforschung, bei den Pollenvorhersagen für Allergiker und bei der Beratung in der Landwirtschaft. Anhand von Modellen, denen die erhobenen Daten zugrunde liegen, könnten Vorhersagen über die Entwicklung von Pflanzenkrankheiten und –Schädlingen gemacht werden.

Die phänologischen Beobachter würden künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen, da im Zusammenhang mit dem Klimawandel viele Daten benötigt würden. Auf dem Gebiet werde dringend noch Nachwuchs gesucht, so Behrend.

Glückwünsche zur Auszeichnung gab es von Bürgermeister Stephan Eiklenborg und Landrat Sven Ambrosy.

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nwzonline science added by Elizabeth Simmonds

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