Thalia und Mayersche gehen zusammen

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10.01.2019 16:54

Thalia und Mayersche gehen zusammen

Hagen/Aachen (dpa)  Deutschlands gr??te Buchhandelskette und die Nummer vier im Markt fusionieren. Das soll nicht zuletzt die Schlagkraft gegen den Internetrivalen Amazon vergr??ern.

Deutschlands gr??te Buchhandelskette Thalia und die Mayersche Buchhandlung - die Nummer vier auf dem Markt - schlie?en sich zusammen.  Foto: Rolf Vennenbernd

Die Bedrohung durch den US-Internetgiganten Amazon bringt Bewegung in den deutschen B?chermarkt: Zwei der gr??ten deutschen Buchhandelsketten haben ?berraschend ihren Zusammenschluss angek?ndigt.

Durch die Fusion des Marktf?hrers Thalia mit der Nummer vier - der Mayerschen Buchhandlung - entstehe ?der bedeutendste familiengef?hrte Sortimentsbuchh?ndler in Europa?, teilten die Unternehmen mit.

Das neue Unternehmen wird nicht nur ?ber rund 350 Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum, sowie ?ber mehrere Online-Shops verf?gen. ?ber den Shop-in-Shop-Anbieter Best-of-Books vertreibt die Mayersche Buchhandlung auch B?cher in ?ber 1000 SB-Warenh?usern, Verbraucherm?rkten, Superm?rkten und Drogerien.

Der Thalia-Mehrheitsgesellschafter Manuel Herder betonte, der Zusammenschluss sei ?ein Zeichen des Aufbruchs gegen die Marktmacht globaler Online-H?ndler und f?r die innerst?dtische Lesekultur?. Der Inhaber de Mayerschen Buchhandlung Hartmut Falter betonte: ?Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil wir uns strategisch auf die Zukunft einstellen wollen?.

Der traditionelle Buchhandel in Deutschland sieht sich derzeit gleich mit zwei gro?en Herausforderungen konfrontiert. Zum einen macht der US-Internetgigant Amazon den station?ren H?ndlern die Ums?tze streitig. Seit Jahren schon verkauft niemand in Deutschland mehr B?cher als der Onlineriese.

Doch ist dies nicht das einzige Problem. Denn es werden auch noch weniger B?cher gelesen als fr?her. Allein in den vergangenen f?nf Jahren verlor die Branche nach Daten des B?rsenvereins des Buchhandels rund 6,4 Millionen Kunden. Die Zahl der verkauften B?cher ging in den vergangenen zehn Jahren um 37 Millionen auf 367 Millionen zur?ck.

Angesichts der ver?nderten Rahmenbedingungen im Buchhandel seien Allianzen notwendig, betonte Thalia-Chef Michael Busch. Sonst werde der klassische Buchhandel im Wettbewerb mit internationalen Online-Anbietern den K?rzeren ziehen. Der Zusammenschluss von Thalia und der Mayerschen sei hier ein richtiger Schritt, weil beide Unternehmen geradezu ideal erg?nzten. Thalia habe mehr Erfahrung im Thema Online-Handel, die Mayersche habe mehr Know-how bei der Abrundung der Angebotspalette mit neue Produkte wie Spielzeug und im Shop-in-Shop-Gesch?ft.

Thalia-Chef Busch signalisierte gleichzeitig die Bereitschaft zu weiteren B?ndnissen im deutschen Buchhandel. ?Wir sind offen f?r jegliche Form der Zusammenarbeit.?

Ob die Marke ?Mayersche Buchhandlung? auf Dauer erhalten bleibt, dar?ber ist den Angaben der Beteiligten zufolge noch nicht endg?ltig entschieden. Doch soll Busch zufolge keine einzige Buchhandlung infolge der Fusion geschossen werden. Das Filialnetz erg?nze sich sehr gut. Auch einen Stellenabbau solle es wohl nicht geben. ?Bei einem Personalabbau besteht die Gefahr, Kompetenzen zu verlieren. Das Risiko wollen wir nicht eingehen?, sagte Busch.

Der neue deutsche Buchriese will auch in Zukunft weiter wachsen und sein Filialnetz weiter verdichten - durch die ?bernahme bestehender Buchhandlungen, aber auch durch Neuer?ffnungen. Auch im Internetzeitalter sei die Pr?senz vor Ort wichtig, sagte Busch. ?Wenn wir einen Buchladen in einer Region er?ffnen, wo wir bisher nicht station?r vertreten waren, steigt dort auch der Online-Umsatz?, sagte Busch.

Bei dem Zusammenschluss wird der Thalia-Gesellschafterkreis, bestehend aus den Familien Herder, Kreke, Busch und G?ritz um die Familie Falter erweitert, der die Mayersche Buchhandlung geh?rt. Mehrheitsgesellschafter bleibt aber weiter die Familie Herder. Der Zusammenschluss muss noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden.

Thalia-Filiale in Berlin.  Foto: Jens Kalaene

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