Nach Angriff auf deutschen Tanker im Golf von Oman: Vorfall laut Maas „außerordentlich beunruhigend“ 

Hersfelder-zeitung

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13.06.2019 17:24

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Zwischenfall im Golf von Oman: Der iranische Rundfunk zeigte dieses Bild des brennenden Tankers „Front Altair“.

Im Golf von Oman sind offenbar zwei Tanker von deutschen und norwegischen Reedereien angegriffen worden. Nun meldet sich Bundesaußenminister Heiko Maas zu Wort.

19.05 Uhr: Am Donnerstag wurden zwei Handelsschiffe, eines davon aus Deutschland, im Golf von Oman schwer beschädigt. Bundesaußenminister Heiko Maas, der selbst noch vor wenigen Tagen im Iran war, bezeichnet die mutmaßlichen Angriffe als „außerordentlich beunruhigend“, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. „Die Vorfälle sind das Gegenteil von dem, was wir in der jetzigen ohnehin schon angespannten Lage in der Region brachen können“, so Maas. Solche Angriffe seien eine Bedrohung für den Frieden. Auch der UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnt offenbar vor einen „großen Konfrontation“. „Ich verurteile jeden Angriff auf zivile Schiffe scharf“, meint er am Donnerstag in New York.

Mittlerweile sind die Ölpreise laut der Nachrichtenagentur sogar gestiegen. Nun koste ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 61,65 US-Dollar. Das sind 1,68 Dollar mehr als noch vor einem Tag. Um die Situation zu entschärfen, führe der UN-Sicherheitsrat bereits Gespräche mit den USA.

Deutscher Tank im Golf von Oman angegriffen - Haftminen vermutlich von einem staatlichen Akteur angebracht

17.07 Uhr: In einem Untersuchungsbericht der VAE, Saudi-Arabiens und Norwegens an den UN-Sicherheitsrat war die Rede von Haftminen, die wohl Taucher mit Schnellbooten angebracht hätten. Die Ermittler sahen „starke Anzeichen“, dass wahrscheinlich ein staatlicher Akteur hinter den vier Angriffen stehe. Wer damit gemeint war, musste gar nicht ausgesprochen werden: der Iran.

Saudi-Arabien nutzte die Vorfälle, um seine Rhetorik gegen das Land weiter zu verschärfen. Der saudische König Salman lud zu Sondergipfeln der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrates (GCC) nach Mekka ein, die Resolutionen gegen den Iran verabschiedeten. In seiner Rede warf der greise Monarch dem Rivalen vor, die Region zu destabilisieren und die Versorgung der Welt mit Öl zu gefährden. Die Welt rief er auf, Irans „zerstörerische Aktivitäten“ zu stoppen. Die saudische Zeitung „Arab News“ - so etwas wie ein englischsprachige Sprachrohr des Königreichs - forderte sogar „chirurgische Angriffe“ der USA gegen den Iran. Sanktionen allein würden nicht die „richtige Botschaft“ senden.

Die Zwischenfälle vor vier Wochen spielten der Führung in Riad so sehr in die eigenen Hände, dass sogar Spekulationen aufkamen, sie könnten von dort aus inszeniert worden sein.

Zwischenfälle im Golf von Oman: Trump weiß Bescheid

15.26 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich am Donnerstag über die Situation nach den Explosionen auf zwei Tankschiffen im Golf von Oman unterrichten lassen. Das gab seine Sprecherin Sarah Sanders in Washington bekannt. Die US-Regierung stelle Hilfe bereit und werde die Situation weiter prüfen, sagte Sanders. Die US-Marine hatte zuvor bereits bekanntgegeben, dass bei ihren regionalen Kräften zwei Notrufe eingegangen seien und dass Berichte über mögliche Angriffe auf Schiffe vorlägen. Nach US-Medienberichten befindet sich mindestens ein US-Aufklärungsflugzeug in der Region.

Update 12.15 Uhr: Inmitten der Spannungen mit dem Iran ist es nahe der Küste des Landes zu schweren Zwischenfällen mit Handelsschiffen von Reedereien aus Deutschland und Norwegen gekommen. Im Golf von Oman geriet der Öltanker „Front Altair“ der norwegischen Reederei Frontline am Donnerstagmorgen nach einem Angriff in Brand, wie die norwegische Seefahrtsbehörde erklärte. Die deutsche Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) in Singapur teilte zudem mit, es seien 21 Seeleute von ihrem mit Methanol beladenen Frachter „Kokuka Courageous“ gebracht worden. Das Schiff sei am Morgen beschädigt und ein Crewmitglied leicht verletzt worden. Die Hintergründe der Vorfälle waren zunächst unklar.

Tanker „Front Altair“ brennt vor Küste von Oman

11.21 Uhr: Die norwegische Reederei Frontline hat Medienberichten zufolge bestätigt, dass ihr Öltanker „Front Altair“ in einen Zwischenfall vor der Küste des Omans verwickelt ist. Das Schiff brenne, berichtete die norwegische Zeitung „VG“ am Donnerstag unter Verweis auf Angaben eines Unternehmenssprechers. Alle 23 Menschen an Bord befänden sich aber in Sicherheit. Ob die „Front Altair“ angegriffen worden sei, wollte der Sprecher demnach nicht bestätigen.

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Die omanische Küstenwache erklärte der norwegischen Zeitung „Dagbladet“, es habe einen Angriff gegeben. Es sei zu einer Explosion an Bord des norwegischen Schiffes gekommen, sagte ein Küstenwachensprecher der Zeitung. Demnach geschah der Vorfall in iranischen Gewässern. Deshalb stehe man in Kontakt mit den iranischen Behörden, wurde der Sprecher vom „Dagbladet“ zitiert.

Die norwegische Seefahrtsbehörde hat einen Angriff auf den Öltanker „Front Altair“ im Golf von Oman bestätigt. Nach einem Zwischenfall sind 21 Seeleute von einem mit Methanol beladenen Frachter gebracht worden.

Golf von Oman: Öltanker brennt - Bericht über Angriff auf Schiffe

Erstmeldung vom 13. Juni, 10.30 Uhr: US-Schiffe seien in der Region unterwegs und leisteten Hilfe, teilte die 5. Flotte der US-Marine in Bahrain am Donnerstag mit. Es gebe Berichte, dass dort zwei Tanker angegriffen worden seien. Die Notrufe seien am Morgen zwischen 6.00 und 7.00 Uhr Ortszeit (5.00 und 6.00 MESZ) eingegangen. Weitere Einzelheiten waren zunächst unklar.

Auch die Informationsplattform UKMTO der britischen Marine berichtete von einem Zwischenfall. Die Organisation registriert und untersucht Angriffe auf Handelsschiffe in der Region.

Anrainer der dortigen Meerenge sind der Iran sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und der Oman. An diesem Donnerstag endet der Besuch des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe im Iran, der dort im Atomkonflikt mit den USA vermitteln will.

Bereits vor vier Wochen hatten die VAE Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe im Golf von Oman gemeldet. Nach saudi-arabischen Angaben wurden zwei Tanker des Landes schwer beschädigt. Die genauen Umstände blieben jedoch unklar.

US-Sicherheitsberater John Bolton sprach später von Angriffen mit Seeminen, für die „fast sicher“ der Iran verantwortlich sei. Beweise für seine Anschuldigung legte er nicht vor. Die Regierung in Teheran wies den Vorwurf zurück und sprach von „lächerlichen Behauptungen“.

dpa

CDU-Chefin AKK nimmt US-Präsident Donald Trump in Schutz, der giftet erneut gegen Deutschland - und warnt vor einem Szenario, das keiner wollen kann.

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